Ein Einblick in die Druckdatei

Du hast deine Geschichte fertig? Alle Illustrationen sind erstellt und der Text ist lektoriert? Herzlichen Glückwunsch - Jetzt sind schon 90% deines Projektes fertig! Doch es fehlt noch etwas: Die Druckdatei. Denn damit die Druckerei es drucken kann, musst du die richtigen Daten liefern.

Die Seitenzahl deines Buches muss immer durch vier teilbar sein, denn sonst entstehen im hinteren Teil des Buches leere Seiten. Dies hat mit dem Prozess der Buchbindung zu tun.

Ein Buch wird wie folgt gebunden (Am besten nimmst du dir vier Din A4 Blätter, damit du es dir direkt vor Augen führen kannst):

Schritt 1: Aus einem bedruckten Din A4 Format würde ein Din A5 Buch werden, denn eine Buchseite ist die halbe Seite der Din A4-Seite - dh. aus einem Din A4- Blatt entstehen vier Buchseiten.  Beim Buchbinden werden immer vier Din A4- Seiten zusammengefasst (Lagen). Eine Lage besteht demnach aus 16 Buchseiten.

Schritt 2: Damit die Lage fest mit einander verbunden ist, wird sie in der Mitte zusammengenäht und anschließend (Schritt 3) gefaltet.

Schritt 4: Es werden so viele Lagen gebildet bis dein Buch vollständig ist (logisch! - haha-). Anschließend werden die Lagen in der richtigen Reihenfolge auf einander gelegt, in eine Presse gespannt und entweder zusammen genäht (Fadenheftung) oder geklebt (Klebebindung) (Schritt 5).

Schritt 6: Zum Schluss kommt das Buchcover, dass den Innenteil umhüllt und an den Buchrücken geklebt wird (Softcover). Beim Hardcover sind das Vor- und Nachsatzblatt die Verbindung zwischen Innenteil und Umschlag.

Wenn du nun deine vier Din A4 Blätter aufeinander legst (das Nähen lassen wir mal aus 😉 ) und in der Mitte faltest, wird dir auffallen, dass Seite 1 nicht direkt neben Seite 2 auf deinem Din A4- Blatt liegt. Denn Seite 1 ist auf der rechten Seite des Blattes und Seite 2 auf der Rückseite, direkt hinter Seite 1 - Und Seite 3 wäre sogar auf einem
neuen Din A4- Blatt.
Daher wird die Druckdatei in Einzelseiten angelegt.

In dem Screenshot habe ich als Beispiel angenommen, dass mein Buch 24 Seiten inkl. Titelei hat. Zusätzlich wird der Anschnitt festgelegt, der zu meist 3 mm beinhaltet. Allerdings ist dies auch oft von der Druckerei abhängig und sollte immer individuell angepasst werden. Gleiches gilt für die Export-Pdf und den Farbraum.

Der Anschnitt ist wichtig, weil die Seiten auf einen Druckbogen gedruckt werden und anschließend zugeschnitten werden müssen.
Würde der Anschnitt leer bleiben, dh. das Bild oder der farbige Hintergrund würde nicht den Anschnitt beinhalten, dann könnten durch den Zuschnitt weiße Stellen entstehen, die "Blitzer" genannt werden. Es ist daher unumgänglich aus Prozess- und optischen Gründen den Anschnitt mit einzubeziehen.

Im Grafikprogramm ist nun eine alleinstehende Einzelseite am Anfang und am Ende entstanden und dazwischen Einzelseiten, die zusammen stehen (Doppelseiten). Hierbei stellt die erste Einzelseite die Vorderseite deines Dummys dar und ist damit die Seite der Titelei.
Die letzte Seite stellt die Rückseite deines Dummys dar und ist damit die letzte Seite deines Buches.

Bei einem Bilderbuchprojekt bedeutet dies, dass es die Hälfte des letzten Bildes ist, da die andere Hälfte auf die Rückseite des Nachsatzblattes gedruckt wird (separate Datei).

Wenn du dein Buch setzen möchtest, musst du dir keine Gedanken darum machen, dass Seite 2 ja nicht direkt neben Seite 1 liegt. Denn: in der Druckvorstufe wird die Reihenfolge mit einem Klick festgelegt. Hättest du statt Einzelseiten Doppelseiten angelegt, dann wäre dies der Druckerei nicht möglich und die Datei unbrauchbar.

Es ist wichtig, dass du deine Bilddatei in der richtigen Größe anlegst und über beide Doppelseiten ziehst. Denn zum einen legst du dein Buch so an wie du es auch in Händen halten möchtest (die Druck-Reihenfolge legt die Druckerei fest) und zum anderen fügt die Anschnitteinstellung auch an den Innenseiten automatisch einen Streifen von der jeweiligen anderen Seite hinzu (sieht man erst in der Exportdatei). Durch die Falz verschwindet nämlich immer ein Stück des Bildes. Durch den Streifen wird das Bild verlängert und das Bild der Doppelseite ist vollständig zu sehen und nichts fällt weg.

Wenn du nun die Datei exportieren möchtest ist es wichtig, dass die Häkchen bei "Einzelseiten" und "Anschnitteinstellungen des Dokumentes verwenden" aktiviert sind und du die Pdf-Einstellung und den Farbraum der Druckerei eingestellt hast - Fertig! 🙂

 

 

 

 

 

 

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